Auentour-App für die Elbe-Aland-Niederung - 1 App, 2 Flüsse, 17 Stationen und 26 Kilometer Naturerlebnis

Besucher*innen und Bewohner*innen der Region können die Auentour-App kostenfrei im Apple- und Google-Store aufs Tablet oder Smartphone herunterladen. Damit verwandelt sich das Endgerät in einen Reiseführer, der an 17 Stationen entlang einer Rundroute von 26 km spannende Information dieser einzigartigen Flusslandschaft mit ihrer besonderen Kulturgeschichte und ihren verschiedenen Auenlebensräumen vermittelt.

Um die App der Öffentlichkeit vorzustellen, haben sich am vergangenen Dienstag Touristiker*innen und Anwohner*innen aus dem Dreiländereck zusammengefunden. Gemeinsam mit dem Projektteam der Burg Lenzen sind sie eine Teilstrecke der Auenerlebnisroute abgeradelt. Startpunkt war die Bockwindmühle in Wanzer, wo Sonja Biwer vom Trägerverbund Burg Lenzen e.V. zunächst in die Inhalte und Funktionen der App einführte. Ein wesentlicher Aspekt ist, dass die App als Offline-Version verfügbar ist, so dass sie sogar ohne mobiles Netz funktionstüchtig bleibt. Die Nutzer*innen können sich entlang der Rundroute mit Hilfe der digitalen Karte und des GPS-Standortes selbstständig navigieren. Nähern sie sich einer Station beginnt der Reiseführer automatisch spannende Informationen zum jeweiligen Ort zu erzählen. Weitere Texte, Bilder und Videos sind in den Unterebenen abrufbar und ermöglichen das Kennenlernen der Elbe-Aland-Niederung mit all ihren Facetten.

Die Auentour-App lädt zu Naturbeobachtungen ein und macht in besonderer Weise deutlich, welchen Wert naturnahe Flussauen für eine Vielzahl spezialisierter Pflanzen und Tiere aber auch für unsere Gesellschaft haben. Zudem zeigt sie Zusammenhänge zwischen geschichtlichen Entwicklungen und aktuellen Gegebenheiten auf: Welche Rolle spielte der damalige Förster Fritz Reuter für das Waldgebiet der Hohen Garbe und wie führt das Projektteam „Lebendige Auen für die Elbe“ heute mit naturschutzfachlichen Maßnahmen den Schutz und Erhalt dieses Auenjuwels fort? Wie konnte sich der ehemalige Grenzstreifen zu einem Grünen Band mit herausragender ökologischer Bedeutung entwickeln? Und wie hat das Hochwassermanagement die Elbe-Aland-Niederung im Laufe der Zeit geprägt?

Aber auch die Kulturgeschichte kommt nicht zu kurz. So werden die Nutzer*innen der App beispielsweise auf eine Zeitreise in die Geschichte der Siedlung Stresow eingeladen. Der Ort mit seinen 16 Kleinsthöfen und rund 80 Bewohner*innen lag zur Zeit der innerdeutschen Teilung unmittelbar an der Staatsgrenze. Aus Sicht der DDR-Regierung zu nah an der Grenze gelegen in einem Gebiet das Projekt im Rahmen des: Gefördert von: Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und nukleare Sicherheit aufgrund der natürlichen Gegebenheiten schwer zu kontrollieren war. Infolge verschiedenster Einschränkungen verließen nach und nach die Bewohner*innen den Ort. 1974 wohnte niemand mehr in Stresow und das Dorf wurde vollständig dem Erdboden gleich gemacht. Historische Fotos, ein alter Plan der Siedlung sowie Zeitzeugengespräche sind in die App integriert und veranschaulichen das Dorfleben zu jener Zeit.

Mehr Informationen zur Auentour-App und zum Projekt „Lebendige Auen für die Elbe“:

www.bund.net/auentour

www.bund.net/elbauen

 

 

 

Gebiet

  • Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe

Meldung vom 07.06.2018