Der Mensch und die Biosphäre (MAB-Programm)

Angesichts der globalen Umweltprobleme und der Folgen menschlicher Eingriffe in den Naturhaushalt hat die UNESCO 1970 das Programm "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) begründet.

Ziel ist es, in Modellregionen eine sorgsame Wirtschaftsweise zu erproben, die den Ansprüchen der Menschen und der Umwelt ("Biosphäre") gerecht wird. In repräsentativen Landschaften, den UNESCO-Biosphärenreservaten, wird das Konzept des MAB-Programms weiterentwickelt und in die Praxis umgesetzt. Weltweit gibt es 459 Biosphärenreservate in 97 Ländern (2003). In Deutschland sind es 14 UNESCO-Biosphärenreservate.

Das MAB-Programm orientiert sich am Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung (sustainable development), wie es die Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (Rio de Janeiro 1992) gefordert hat.
Das Konzept von MAB entspricht dem Anliegen der UNESCO, die Verbesserung der ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen der Menschen mit der langfristigen Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen in Einklang zu bringen. Für die internationale Organisation, Planung und Koordination des Programms ist ein Internationaler Koordinierungsrat (ICC) verantwortlich, der sich aus Vertretern von über 30 UNESCO-Mitgliedstaaten zusammensetzt. Von den Regierungen der Mitgliedstaaten berufene Nationalkomitees bilden das Rückgrat des Programms. Sie wirken bei seiner Fortentwicklung mit und setzen das internationale MAB-Programm in nationale Arbeitsprogramme um.

Laut MAB-Programm der UNESCO haben Biosphärenreservate vier Aufgaben:

  • Schutz der Natur und der natürlichen Ressourcen

  • nachhaltige Regionalentwicklung

  • Forschung und ökologische Umweltbeobachtung

  • Umweltbildung und Kommunikation

Der Status Biosphärenreservat wird nicht auf Dauer verliehen. Jedes Biosphärenreservat muss sich alle 10 Jahre einer Überprüfung unterziehen (der so genannten Evaluierung) und zeigen, dass es den Ansprüchen des MAB-Programms gerecht wird. Dabei werden alle Aufgabenfelder abgefragt.

Zonen

Entsprechend dem Einfluss menschlicher Tätigkeit sind Biosphärenreservate in drei Zonen eingeteilt:

  • Entwicklungszone
    Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum des Menschen, Förderung nachhaltiger Nutzungen, mehr als 50 Prozent der Gesamtfläche

  • Pflegezone
    Erhaltung und Pflege der naturnahen Kulturlandschaft, Flächenanteil von mindestens zehn Prozent

  • Kernzone
    Naturentwicklung ohne Nutzung, Flächenanteil von mindestens drei Prozent.

Die Pflege- und Kernzone sollen zusammen mindestens 20 Prozent Flächenanteil erreichen. Sie sind in der Regel als Naturschutzgebiet zu sichern. Die Entwicklungszone hat – so wie im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Brandenburg – in der Regel den Status eines Landschaftsschutzgebietes.