Erste Störche füttern ihre Jungen
Die Storchensaison in Rühstädt ist weit fortgeschritten. Nach dem Winter sind voraussichtlich alle Störche im Dorf angekommen. In diesem Jahr sind 25 Horste besetzt.
Weniger Brutpaare als in früheren Jahren
25 Brutpaare sind für Rühstädt vergleichsweise wenig. Seit 2019 wurden dort jedes Jahr weniger als 30 Brutpaare gezählt. In den Jahren 1993 bis 2018 waren es dagegen stets 30 oder mehr.
Ein möglicher Grund für diese Entwicklung sind die niederschlagsarmen Jahre seit 2018. Eine Ausnahme bildete das Jahr 2024. In diesem Zeitraum wurden in Rühstädt deutlich weniger Jungstörche flügge. Im Durchschnitt waren es etwa 1,2 Jungvögel pro Brutpaar. Zwischen 1993 und 2017 lag der Durchschnitt bei etwa 1,75 Jungvögeln pro Brutpaar. Für eine sich selbst erhaltende Population gilt ein Durchschnitt von mehr als 1,6 Jungvögeln pro Brutpaar als erforderlich.
Rühstädt liegt an der Zugscheide
Weißstörche vermeiden auf ihrem Zug große Wasserflächen. Deshalb umfliegen sie das Mittelmeer. Störche, die in Ost- und im östlichen Mitteleuropa brüten, überwintern in Südafrika. Sie nutzen in der Regel die Ostroute über den Balkan, den Bosporus und Ägypten.
Störche aus West- und westlichem Mitteleuropa überwintern häufig in Westafrika. Sie ziehen über die Iberische Halbinsel und Gibraltar. Viele Störche auf dieser Westroute bleiben inzwischen bereits auf der Iberischen Halbinsel und verkürzen dadurch ihren Zug.
Die Grenze zwischen Ost- und Westziehern wird als Zugscheide bezeichnet. Rühstädt liegt in diesem Bereich. Deshalb brüten dort sowohl Ostzieher als auch Westzieher.
Das wirkt sich auf den Brutverlauf aus. Störche der Westroute erreichen Rühstädt meist früher. Erste Tiere wurden im vergangenen Jahr bereits am 23. Februar beobachtet. Störche der Ostroute treffen häufig erst im April ein. Dadurch füttern einige Paare bereits ihre Küken, während andere noch brüten.
Trockenheit erschwert die Nahrungssuche
Die aktuelle Trockenheit erschwert den Störchen die Nahrungssuche. Besonders während der Jungenaufzucht brauchen die Altvögel ausreichend Nahrung. Ergiebige Regenfälle in den kommenden Wochen könnten die Situation für die Störche und viele weitere Arten verbessern.
Am 5. Mai wurde der erste Jungstorch gesichtet. Die Altvögel dieses Horstes waren bereits eine Woche zuvor beim Füttern beobachtet worden. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie viele Jungstörche in Rühstädt erfolgreich aufwachsen.
Gebiet
- Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe
Meldung vom 06.05.2026
