Durch Dünensand und Auewiesen - Junior Ranger im Sommercamp an der Elbe

Wootz: „Mir hat besonders gut gefallen, dass ich so viel Neues über die Flussaue erfahren habe“, sagt ein Junior Ranger in der Abschlussrunde und ist gedanklich wieder auf der Elbeexkursion, die den Auftakt des dreitägigen Feriencamps bildete. Mitte August trafen sich zwölf Junior Ranger aus vier Arbeitsgemeinschaften der Naturwacht in Wootz, um gemeinsam die Natur- und Kulturlandschaft des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe zu erkunden.

Entdeckungen in der Flussaue

Die Flussaue ist das Land neben dem Fluss. Das wissen alle. Doch wie gestaltet sich die Landschaft? Spurensuche in der Aue. Vom Ausschwärmen bringen die Kinder viele Fragen mit. Wieso stehen Weiden am Wasser und Eichen nicht? Weshalb liegt der Biberbau auf dem Trockenen und warum sehen die Kletten hier anders aus? Die Rangerinnen geben viele Anregungen, die zu Antworten führen. Weiden sind biegsame Weichhölzer und können mehr als 200 Tage im Wasser stehen. Eichen haben hartes Holz und vertragen nur die Hälfte. Elbebiber müssen flexibel sein und auf schwankende Wasserstände reagieren. Sie haben mehrere Behausungen. Die Elbspitzklette mag feuchten Sand und zählt zu den typischen Stromtalpflanzen.

Dünen-Rallye und Eulenbeobachtung

Die Dünen-Rallye hat den Junior Rangern besonders gut gefallen. Die Tagestour auf den sandigen Riesen war abenteuerlich. Heuschrecken mit blauen Flügeln, die Suche nach einem Löwen und viele Antworten auf den Lehrtafeln. Die Blauflügelige Ödlandschrecke und der Ameisenlöwe, nur zwei Teile im Antwortpuzzle. Die Rallye einer Rangerin zur Binnendüne Klein Schmölen hatte es in sich. Nur ein Lösungswort mit Zahlencode und gutem Orientierungssinn führte zum Schatz. Lebensräume von trocken bis nass. Typisch für die Elbtalaue: Besonders spannend war das Keschern im Brack. Faszinierend die kleinen Steinbeißer, die Bodensand einsaugen, diesen durchkauen, die Nahrung herausfiltern und den Sand wieder ausstoßen. Im Kleingewässer leben auch Larven, die später noch eine Rolle spielen sollten.

Im Camp bleiben die Junior Ranger nicht unentdeckt. Die bunten Zelte am Gemeindehaus fallen auf, die Wootzer empfangen die Gruppe herzlich und tragen überraschend zur Programmgestaltung bei. Ein Hinweis auf Eulen zieht uns magisch an eine Linde. Gut versteckt im dichten Kronendach schauen uns Waldohreulen an. Fünf Tiere werden an diesem Tag entdeckt. Was für ein Erlebnis. Erst in der Nacht waren wir im Dorf auf den Spuren der Schleiereulen unterwegs, die in einer Scheune brüteten.

Nachtaktive Insekten im Licht

Die zweite Nacht stellt Insekten ins Rampenlicht. Ein Vertreter des NABU bringt einen speziellen Leuchtturm mit, der nachtaktive Insekten anlockt, ohne ihnen zu schaden. Am blauen Turm finden sich nach kurzer Zeit erste Insekten ein. Eine Köcherfliege. Die Rangerin ist ebenso begeistert wie die Kinder, ist es doch die zweite Begegnung mit dem Insekt. Ihre Larven leben im Wasser; erst am Nachmittag fischten die Kinder eine aus dem Wasser. In einem Köcher geschützt, leben die Larven monatelang im Wasser, verpuppen sich, kriechen schließlich an Land und verwandeln sich in ein Fluginsekt, faszinierend. In Erinnerung bleibt auch der Palpen-Zahnspinner, ein borkenähnlicher Nachtfalter, der tagsüber getarnt an Bäumen ruht. Spät geht dieser Tag zu Ende, aber mit komplexen und spannenden Eindrücken, wie man sie selten in der Natur gewinnt.

Zum Abschluss am Mittag sind auch die Eltern eingeladen. Drei erlebnisreiche Tage liegen hinter den Junior Rangern. Von der Elbeexkursion, der Dünenwanderung und den spannenden Nachterlebnissen wandern die Gedanken in die Zukunft. Was sie sich für das nächste Camp wünschen? Die Ideen sprudeln reichlich.

Herzlich bedanken möchten wir uns bei der Gemeinde Lenzerwische, die das Camp in Wootz möglich machte, beim NABU Rühstädt für den spannenden Lichtfang sowie bei allen, die zum Gelingen beigetragen haben.

Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung der Naturwacht vom 25. August 2026.

Gebiet

  • Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe

Meldung vom 25.08.2026