Ehemaliges Gutshaus in bester Lage, Altbau, grundsaniert: Wohnungsbau für Fledermäuse

Im Naturschutzgebiet Kuhwinkel nahe Perleberg laufen Bauarbeiten an den Ruinen eines ehemaligen Gutshauses. Erhalten ist nur der Gewölbekeller. Er dient bereits seit Jahren als Winterquartier für Fledermäuse. Denn während der kalten Jahreszeit brauchen die Tiere geschützte und möglichst frostfreie Rückzugsorte. Mit dem Bauprojekt wird der Keller so gesichert, dass ihn verschiedene Fledermausarten auch künftig nutzen können.

Träger des Projekts ist der Förderverein des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe Brandenburg. Die Finanzierung erfolgt zu 100 % durch eine Förderung des Naturschutzfonds Brandenburg. Pläne für die Instandsetzung gibt es schon seit einigen Jahren. Bis die Arbeiten im Sommer 2026 beginnen konnten, dauerte es jedoch: Zuvor hatte sich keine Firma gefunden, die die besonderen Anforderungen des Projekts erfüllen konnte.

Sanierung mit besonderen Anforderungen

Der Gewölbekeller liegt fernab der Forstwege mitten im Naturschutzgebiet. Für die Arbeiten sind bestimmte Baustoffe und eine fledermausgerechte Umsetzung erforderlich.

Damit Fledermäuse den Keller gut als Winterquartier nutzen können, bleiben offene Fugen im Gewölbe erhalten. Es ist aus Klosterziegeln gemauert. Auch die Wände aus unbehauenen Feldsteinen bieten Rückzugsmöglichkeiten. Sie sind im Laufe der Jahre jedoch teilweise eingestürzt.

Die Bauarbeiten umfassen eine neue Tür, die Sicherung der Einflugschneisen und das Beräumen alter Baustoffe aus dem Gewölbe. Außerdem wird die Decke des Kellers von außen wieder witterungsfest gemacht. Die Abdichtung des Gewölbes von außen und das Verschließen größerer Öffnungen im Mauerwerk sind bereits erfolgt.

Unterschiedliche Bedingungen für Fledermäuse und Amphibien

Im Mittelpunkt steht nicht die ästhetische Sanierung des Gewölbes, sondern die unterschiedlichen Ansprüche der Tiere. Der Keller besteht aus fünf Räumen. So können verschiedene Bedingungen für die Überwinterung entstehen.

Einige Räume werden nach außen vollständig versiegelt und sind nur über benachbarte Räume zugänglich. Dort herrschen garantiert frostfreie Bedingungen für Arten, die etwas wärmer überwintern müssen. In anderen Räumen kann Regenwasser stellenweise eindringen. Dadurch bleibt die Luftfeuchtigkeit höher. Auch in Bodennähe entstehen Spalten, damit Amphibien im Gewölbekeller überwintern können.

Die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Ihr Abschluss ist derzeit für Ende 2026 vorgesehen.

Gebiet

  • Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe

Meldung vom 27.08.2026