Gemeinsam an wilden Ufern gestalten: studentisches Projekt zur Stärkung des Kuratoriums

In nun schon zwei Projekten widmete sich eine Gruppe aus Studierenden der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde der Partizipation und Zusammenarbeit zwischen Biosphärenreservatsverwaltung und den Gemeinden des Schutzgebietes. Im aktuelleren der beiden Projekte, welches zwischen September 2023 und Februar 2024 stattfand, wurde das Kuratorium als Instrument und Austauschplattform untersucht.

Der Projektbericht, welcher auch online einsehbar ist [Link zum Projektbericht, lang], beschreibt die Arbeit, die Ergebnisse und die daraus abgeleiteten, anwendbaren „Produkte“ des Projektes „Gemeinsam an wilden Ufern gestalten“. Bearbeitet wurde das Projekt von Henrik Kempkes, Paula Menzel, Franziska Requardt und Lisa Schröder, alle vier sind Studierende des Masterstudienganges Nachhaltige Regionalentwicklung. Auftraggeber des Projektes war die Verwaltung des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe-Brandenburg.

Ziele und Methoden des Projektes

Ziel des Projektes war eine Untersuchung des Kuratoriums und dessen Beitrag zur Verbesserung der Zusammenarbeit der Verwaltung des Schutzgebietes mit den Gemeinden. Nach einer Erläuterung des Anlasses und der Rahmenbedingungen des Projektes werden im Projektbericht die durchgeführten Methoden detailliert beschrieben. Diese umfassten leitfadengestützte Interviews mit Akteuren verschiedener Biosphärenreservate in Deutschland, darunter auch das brandenburgische Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz. Zusätzlich wurde eine Umfrage mit dem Kuratorium des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe-Brandenburg durchgeführt.

Ergebnisse und Produkte

Geknüpft an die angewandten Methoden werden anschließend die gewonnenen Ergebnisse dargestellt. Aus diesen Ergebnissen wurden konkrete Produkte zur Anwendung mit dem Ziel der Verbesserung der Partizipationsstrukturen entwickelt:

· Ein Stufenmodell zur Einordnung von Kuratorien: Dieses Modell hilft, Kuratorien anhand ihrer aktuellen Zusammenarbeit einzuordnen und Potenziale der Kuratoriumsarbeit zu identifizieren und zu nutzen.

· Ein Methodenkoffer: Dieser umfasst 11 verschiedene Arbeitsweisen und Strukturen, die in Kuratorien angewendet werden können, um die Partizipation zu fördern. Die Methoden wurden in der praktischen Arbeit der Kuratorien getestet und sollen als Anstoß, Orientierung und Einstieg in den Arbeitsprozess dienen.

Beispiel für die Anwendung einer Methode aus dem Methodenkoffer

Eine der im Methodenkoffer beschriebenen Methoden ist die "Arbeitsgruppen zu aktuellen Themen gründen".

Vorgehen bei der Methode “Arbeitsgruppen ”

  1. Vorbereitung: Identifikation relevanter Themenbereiche und Einladung interessierter Kuratoriumsmitglieder zur Teilnahme an den Arbeitsgruppen.

  2. Durchführung: Ein- oder mehrmalige Treffen der Arbeitsgruppen, in denen spezifische Themen intensiv bearbeitet und Lösungen erarbeitet werden.

  3. Nachbereitung: Präsentation der Ergebnisse und Empfehlungen der Arbeitsgruppen im Plenum des Kuratoriums und Diskussion der Umsetzungsmöglichkeiten.

Diese Methode fördert nicht nur die aktive Teilnahme und das Engagement der Mitglieder, sondern ermöglicht auch eine tiefere Auseinandersetzung mit wichtigen Themen und eine effizientere Lösung von Herausforderungen.

Weitere Ergebnisse und Produkte

Neben dem Stufenmodell und dem Methodenkoffer wurde auch eine Umfrage zur zukünftigen Anwendung im Kuratorium entwickelt. Diese zielt darauf ab, die Arbeit und Zusammenarbeit innerhalb des Kuratoriums kontinuierlich zu verbessern. Bei allen Produkten wurde neben dem Inhalt auch die richtige Anwendung und zu beachtenden Grenzen beschrieben. Anschließend findet sich eine komprimierte Aufarbeitung des Stufenmodells und des Methodenkoffers zur einfachen Weitergabe an Anwenderinnen und Anwender und Interessierte [Link zur Präsentation des Stufenmodells], [Link zum Kurzbericht]

Bedeutung und Präsentation der Ergebnisse

Am Ende des Berichtes wird die Bedeutung des Kuratoriums und des durchgeführten Projektes im Kontext der nachhaltigen Regionalentwicklung verortet. Die Anpassung der Arbeitsweisen, das Vermitteln von Informationen und Potenzialen und letztendlich das aktive Engagement der Mitglieder sind für ein bestmöglich funktionierendes Kuratorium notwendig. Diese Punkte können jedoch nicht von außen erbracht werden, sondern müssen aus dem Kuratorium selbst kommen.

Aus diesem Grund stellte die Projektgruppe ihre Ergebnisse vor den beiden Kuratorien der Elb-Biosphärenreservate in Mecklenburg-Vorpommern (Kuratoriumssitzung vom 23.05.2024) und hier in Brandenburg (Kuratoriumssitzung vom 27.05.2024) vor. Das Projekt soll für Kuratorien oder vergleichbare Gremien eine Orientierungshilfe und einen Anstoß für die gemeinsame Diskussion und Ausarbeitung der zukünftigen Arbeitsweise liefern, damit diese ihre Funktion in der gemeinsamen Gestaltung und Umsetzung der Biosphärenreservatsidee leisten können.

Gebiet

  • Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe

Meldung vom 29.05.2024