Kopfweidenpflege und Vertragsnaturschutz: Maßnahmen für die Elbtalaue im Jahr 2025

Der Vertragsnaturschutz ist ein wichtiges Instrument, um typische Landschaften und wertvolle Lebensräume im Biosphärenreservat langfristig zu erhalten. Er basiert auf freiwilligen Vereinbarungen mit Landnutzerinnen und Landnutzern, die ihre Flächen naturschonend bewirtschaften oder gezielte Pflegemaßnahmen umsetzen. Nutzungseinschränkungen werden dabei finanziell ausgeglichen.

Im Jahr 2025 bestanden im Biosphärenreservat 21 laufende Vertragsnaturschutzverträge. Hinzu kamen vier neue Verträge, die sich auf die Pflege von Kopfweiden konzentrieren. Insgesamt wurden ca. 100.000 Euro für Naturschutzmaßnahmen eingesetzt.

Ein Schwerpunkt lag auf der Pflege von Kopfweiden. Für diese Maßnahmen wurden ca.56.000 Euro aufgewendet. Weitere Mittel flossen in die angepasste Grünlandnutzung und die Pflege von Offenlandlebensräumen. Für angepasste Mahdzeiten vor dem 15. Juni und nach dem 31 sowie eine späte und eingeschränkte Grünlandnutzung kamen ca. 4.800 Euro zum Einsatz. Für das Belassen rotierender Altgrasstreifen wurden 15.000 Euro verwendet.

Kopfweiden prägen seit Jahrhunderten das Landschaftsbild der Elbtalaue und gelten als charakteristische Elemente der Auenlandschaft. Ursprünglich dienten sie der Gewinnung von Wirtschafts- und Brennholz. Diese Nutzung ist heute nicht mehr relevant, ihre ökologische Bedeutung ist jedoch umso größer. Alte Kopfweiden bieten Lebens-, Nahrungs-, und Fortpflanzungsräume für zahlreiche Tier, Pilz und Pflanzenarten. Damit die Bäume nicht auseinanderbrechen und als Lebensraum verloren gehen, sind regelmäßige Pflegemaßnahmen notwendig.

Im Jahr 2025 konnten gemeinsam mit 18 Landnutzerinnen und Landnutzern sowie Privatpersonen insgesamt 201 Kopfweiden gepflegt werden. In den vier Neuverträgen konnte die Pflege für 533 Kopfweiden für den Zeitraum von 2025 bis 2029 vertraglich gesichert werden. Für die Pflege der Kopfweiden standen rund 56.000 Euro zur Verfügung.

Neben den Kopfweiden spielt der Vertragsnaturschutz auch im Offenland eine zentrale Rolle. Das Biosphärenreservat ist von weiten Grünlandflächen geprägt, darunter besonders wertvolle Lebensräume wie die Magere Flachlandmähwiese und die Brenndolden Auenwiesen. Durch angepasste Nutzungszeiten, eine extensive Bewirtschaftung und gezielte Pflegemaßnahmen konnten einige diese Flächen erhalten und in ihrem Zustand stabilisiert werden. In sechs Verträgen wurden hierfür rund 20.000 Euro eingesetzt.

Ein wichtiger Bestandteil der Grünlandpflege ist das Belassen rotierender Altgrasstreifen. Diese ungemähten Bereiche wirken als Rückzugsräume im Grünland. Sie bieten Insekten, Spinnen, Amphibien und Vögeln Schutz, Nahrung und Überwinterungsmöglichkeiten. Die Streifen bieten somit auch die Möglichkeit die angrenzenden Flächen nach der Mahd wieder besiedeln zu können und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt.

Von der angepassten Grünlandnutzung profitieren auch seltene Pflanzenarten wie die Sibirische Schwertlilie, deren Bestände so langfristig erhalten werden. Darüber hinaus werden im größten Moorgebiet des Biosphärenreservats, dem Rambower-Nausdorfer Moor, Maßnahmen wie die Schilfmahd umgesetzt. Ziel ist es, offene Moor und Röhrichtlebensräume zu sichern und einer fortschreitenden Verbuschung entgegenzuwirken.

Der Vertragsnaturschutz verbindet Naturschutz und nachhaltige Landnutzung. Er trägt dazu bei, die charakteristische Kulturlandschaft des Biosphärenreservats zu bewahren, wertvolle Lebensräume zu sichern und die Zusammenarbeit mit den Landnutzerinnen und Landnutzern in der Region langfristig zu stärken.

Gebiet

  • Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe

Meldung vom 12.01.2026