Vom Acker zum jungen Eichenwald

Im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg wachsen viele Wälder auf armen Sandstandorten. Oft prägen Kiefern das Bild. Für den Naturschutz und mit Blick auf den Klimawandel ist es wichtig, solche Bestände langfristig vielfältiger zu entwickeln: hin zu standortgerechten Laub- und Mischwäldern.

Waldumbau ist dabei keine schnelle Reparatur. Er braucht Planung, Geduld und passende Partnerinnen und Partner. Die Biosphärenreservatsverwaltung begleitet solche Vorhaben fachlich, bringt Flächeneigentümerinnen und Flächeneigentümer zusammen und organisiert konkrete Maßnahmen.

Ein Beispiel liegt bei Groß Breese. Dort wurde ein Acker, der mitten in einem Waldgebiet liegt, teilweise aufgeforstet. Auf rund zwei Hektar soll sich langfristig ein Eichenwald entwickeln. Damit die jungen Bäume eine Chance haben, wurde die Fläche zunächst eingezäunt. So sind die Pflanzen besser vor Wildverbiss geschützt.

Birken schützen die jungen Eichen

Auf der Fläche wurden zuerst Gemeine Birken gepflanzt. Sie bilden einen sogenannten Vorwald. Das klingt technisch, ist aber gut zu erklären: Birken gehören zu den ersten Baumarten, die offene Flächen besiedeln. Sie wachsen schnell und schaffen ein günstigeres Kleinklima für die nächste Waldgeneration.

Unter ihrem Schutz können junge Eichen besser aufwachsen. Gerade späte Fröste, starke Sonne, Hitze und ein stark aufgeheizter Boden setzen jungen Eichen zu. Der Vorwald mildert diese Extreme etwas ab. Damit ahmt die Maßnahme einen natürlichen Prozess nach: Erst kommen Pionierbaumarten wie Birke, Kiefer oder Zitterpappel, später folgen langlebige Laubbäume wie Eiche oder Buche.

Nach zwei Jahren nach der Birkenpflanzung wurden Eicheln in den Boden gebracht. Das Eichelsaatgut wurde lokal in der Region gesammelt. Das ist wichtig, denn bei Aufforstungen kommt herkunftsgesichertes Pflanz- und Saatgut zum Einsatz. Die Eichen sollen nun im Schutz der Birken wachsen und später den Wald prägen. Ob die Birken eines Tages genutzt oder im Bestand belassen werden, kann später entschieden werden. Wichtig ist zunächst, dass ein stabiler junger Wald entsteht.

Gemeinsam mit privaten Eigentümerinnen und Eigentümern

Das Beispiel zeigt auch, wie Waldumbau praktisch gelingt. Nicht alle geeigneten Flächen gehören dem Land. Deshalb arbeitet die Biosphärenreservatsverwaltung auch mit privaten Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern zusammen. Sie sucht geeignete Flächen, entwickelt Projektideen und begleitet die Umsetzung.

Finanziert wurde die Maßnahme nach derzeitigem Arbeitsstand über die Flächenagentur Brandenburg aus Mitteln für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Solche Vorhaben müssen fachlich sinnvoll sein, um von den zuständigen Stellen anerkannt zu werden.

Auch Landesflächen werden entwickelt

Ein weiteres Beispiel ist eine Landesfläche in der Gemarkung Glöwen. Auch dort wurde eine Ackerfläche mit Eicheln in Richtung Waldentwicklung gebracht. In der Umgebung gibt es bereits Wald, darunter Eichenwald. Die neue Fläche kann sich langfristig in diesen Zusammenhang einfügen.

Auf Landesflächen steht der Naturschutz besonders im Vordergrund. Deshalb muss nicht jede Fläche dicht bepflanzt werden. Manchmal ist es sogar sinnvoll, dem Wald mehr Raum und Zeit zu geben. Dann können sich einzelne Bäume breiter entwickeln, und die Fläche verändert sich Schritt für Schritt.

Was der Pflege- und Entwicklungsplan vorgibt

Der Pflege- und Entwicklungsplan für das Biosphärenreservat beschreibt Waldumbau als langfristige Aufgabe. Ziel sind naturnahe, artenreiche und standortheimische Waldbestände. Der Anteil von Laub- und Mischwäldern soll steigen. Reine Kiefernbestände sollen dort, wo es passt, zu Laubmischwäldern mit einheimischen Baumarten weiterentwickelt werden.

Eine besondere Rolle spielt dabei auch das Wild. Hier sind es vor allem Rehe und Hirsche, die junge Laubbäume stark verbeißen. Deshalb gehören Schutz, Jagd und Waldentwicklung zusammen. Nur wenn junge Bäume aufwachsen können, wird aus einer guten Idee auch ein neuer Wald.

Waldumbau ist Zukunftsarbeit

Die ersten Jahre einer Aufforstung sehen oft unscheinbar aus. Ein Zaun, kleine Birken, Reihen mit gesäten Eicheln: Das wirkt noch nicht wie ein Wald. Doch genau hier beginnt die Veränderung.

Waldumbau bedeutet, heute Bedingungen zu schaffen, von denen die Landschaft erst in Jahrzehnten sichtbar profitiert. Im Biosphärenreservat ist das Teil des Auftrags: Natur schützen, nachhaltige Nutzung ermöglichen und gemeinsam mit Menschen vor Ort zeigen, wie eine widerstandsfähigere Landschaft entstehen kann.

Gebiet

  • Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe

Meldung vom 28.08.2026